Welch unredliches Spiel wird uns da in 

Berlin und in den Medien vorgeführt?

Kommentar vom 28.8.2021

 

Afghanistan:

Ganz offensichtlich hat die komplette Bundesregierung bei der Beurteilung der Lage in Afghanistan versagt. Und doch wird um die Schuldzuweisungen herumgeeiert. Keiner sieht die Schuld eines katastrophalen Fehlverhaltes bei sich und weicht in nebulöse Formulierungen aus wie Kanzlerin Merkel vor dem Deutschen Bundestag sinngemäß „Alle beteiligten Staaten haben das nicht vorhersehen können“, was da in Afghanistan soooo plötzlich geschah.

Wieso? Warnungen gab es zuhauf, wie von dem Ex General Kujat. ( Hier) Die Franzosen evakuierten (Hier)  doch schon bereits Anfang Mai, rund drei Monate vorher , als Biden den Abzug der US-Truppen zum 31 8. 2021 bekannt gab. Damals war doch jedem, der darüber nachdenken wollte klar, dass auch die deutsche Position unhaltbar wurde und Truppen, Material und Ortsansässige Helfer ausgeflogen werden mussten! Nur vier bis acht Wochen früher wäre das alles mit einem halbwegs ruhigen Ablauf und Organisation ohne Gefahr für Soldaten und Ortsansässige möglich gewesen! 

Der Gipfel verheerender Wortwahl Merkels im Bundestag jedoch lautete: "Hinterher, im Nachhinein präzise Analysen und Bewertungen zu machen, das ist nicht wirklich kompliziert. Hinterher, im Nachhinein alles genau zu wissen und exakt vorherzusehen, das ist relativ mühelos." 

So redet man sich aus jeder Fehlentscheidung raus und genehmigt sich alternativlos sozusagen selbst eine Endschuldung für jeglichen Murks, den man angerichtet hatte. 

Das passt auf die unbewältigte Eurokrise, die Lage der miserabel ausgestatteten Bundeswehr mitsamt deren miserablen strategischen Führung, die verkorkste Energiewende, die andauernde Flüchtlingskrise, die grottenschlecht gemanagte anhaltende Corona Krise mit ihren Grundrechtsverletzungen, dem Verhalten der verantwortlichen bei der Ahrtalflut und nun das Afghanistandesaster. Was kommt da noch auf uns zu, bei dem man derartige Formulierungen benutzen will, um seine Unfähigkeiten zu kaschieren. 

Kanzlerin, Außenminister, Verteidigungsministerin, Innenminister müssen sofort um der politischen Hygiene Willen zurücktreten. Ach ja, der Verkehrsminister gleich mit. Doch auch  solch einem ehrenwerten Verhalten stehen Parteitaktik, politisches Kalkül und Machterhalt entgegen, da Anstand in Politik offensichtlich nicht mehr gefragt ist!

Kanzlerkandidat Laschet:

Doch kommen wir zu einer anderen widerlichen Sachlage, die seit der Benennung Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten unter der Oberfläche des politischen Geschehens wie ein Moorbrand immer wieder aufflackert. Söder zündelt ununterbrochen, um mit seiner schon länger erkennbaren Merkel-Ergebenheit, zusammen mit den dieser Kanzlerin in hündischer Ergebenheit (sorry, ich will keine Hunde beleidigen) verbundenen CDU Parteifreunden dem Kanzlerkandidaten Unfähigkeit zu unterstellen. 

Wie schon oben beschrieben, kann sich diese Kanzlerin jeden, aber auch jeden Fehler leisten, dann klein reden, ohne von dieser konturlos gewordenen CDU kritisiert zu werden. Diese Partei ist von Merkel unter Aufgabe konservativer Werte nach links geschoben worden, um die GRÜNEN zu jedem Thema, welches nur annähernd in der Nähe des Klimawandels angesiedelt ist - aktuell wird jedes Thema von den GRÜNEN mit dem Klima verknüpft -  als potenziellen Koalitionspartner zu hätscheln. 

Die CDU/CSU sind aus diesem Grund seit Jahren als konservative Partei nicht mehr erkennbar. Anstatt sich hinter den Kanzlerkandidaten zu stellen, demontiert man einen Ministerpräsidenten Laschet, der es schafft, mit der Mehrheit von einer Stimme in WDR seit Jahren recht erfolgreich zu regieren.

 

Warum das alles, warum diese Selbstzerfleischung, die doch nur, wie schon in Umfragen zu erkennen, in eine Wahlniederlage führt?

Jeder, der künftig im Kanzleramt regiert, muss sich von der konzeptlosen Politik dieser Dauerkanzlerin distanzieren! Damit tritt er allerdings jenen kräftig auf die Füße, welche zur Merkel-Seilschaft gehören und im Sinne der GRÜNEN keinerlei Veränderungen zulassen wollen, um so nach der kommenden Wahl weiterhin im Parlament bleiben zu können. Anscheinend ist nur eine ROT-GRÜN ideologisierte Politik fortschrittlich, eine konservative – also erhaltende Politik – jedoch ein Rückschritt. Seltsam nur ist, dass diese ideologisierte Politik, von Merkel längst betrieben, Deutschland in eine prekäre Situation gebracht hat, aus die unser Land nur mit einer eher konservativ geprägten Politik herausfindet, welche Ökonomie und Ökologie harmonisch miteinander verknüpft, ohne unseren Wirtschaftsstandort zu gefährden.

Armin Laschet wagte es zu bemerken, dass Deutschland ein Sanierungsfall sei. Was für ein Frevel! Laschet wagte es zu sagen, dass es keinen Unterschied von geimpften und Ungeimpften geben dürfe. Er bewegt sich da im Einklang mit unserem Grundgesetz und unseren Bürgerrechten! Welch ein Frevel! Laschet ist der Meinung, dass es mit dieser unhaltbaren Flüchtlingspolitik nicht mehr so weitergehen kann! Welch ein Frevel! Aus all diesen leise und dezent vorgetragenen Äußerungen Laschets erkennen die Merkelianern, dass ein Kanzler Laschet Merkels Politik nicht weiterführen will! Ein noch größerer Frevel! Eine Politik, die sich wieder ohne die links-grüne Ideologie an Vernunft, Logik und Sachverstand orientiert, darf es einfach nicht geben!

Also strickten die Merkelianer unverdrossen an der Legende einer in 16 Jahren erfolgreichen Kanzlerin, ohne die drastischen, schon am Horizont erkennbaren Folgen dieser konzeptlosen Verschiebebahnhofpolitik wahrhaben zu wollen, opfern ihren eigenen Kanzlerkandidat mitsamt dem Anspruch auf das Kanzleramt letztlich einer links-grünen Ideologie, indem sie den Konservatismus, der in der UNION ja eigentlich zuhause sein müsste gleichzeitig zu Grabe tragen. Ein Trauerspiel ohnegleichen, welches die darniederliegende SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Scholz wie Phönix aus der Asche hochsteigen lässt. 

Die Geschichtsschreibung aber wird dieser Kanzlerin gnadenlos den ihr von der für aufziehende Gefahren blind gewordenen CDU/CSU geflochtenen Lorbeerkranz entreißen und Merkel von ihrem ihr nicht zustehenden Sockel stoßen.

Heiner Hannappel