Quo vadis UNION?                              

Kommentar vom 1.10.2021 

Es ist unfassbar und empörend wie die Medien, die Öffentlich-Rechtlichen die Ampelkoalition förmlich herbei schreiben und reden, obwohl eine Jamaikakoalition nicht die schlechteste Option sei muss! Manipulativ wird hier schon wieder in einen demokratischen Prozess eingegriffen um ein freies Spiel politischer Kräfte zu beeinflussen. Genau wie in der Corona- und Flüchtlingskrise, wird Meinungsmache betrieben. Als hätte diese Wahl nicht endgültig die Merkel-Ära beendet, fährt man fort, um eine Politik zu installieren, welche die merkelsche Politik quasi weiterführen soll, nun aber abgewählt ist. 

An dieser krachenden Wahlniederlage der UNION hatte die komplette UNION Schuld, nicht nur Armin Laschet, dem ständig von der eigenen Partei und der CSU in Gestalt von Söder vor und während des Wahlkampfs hinterhältig in die Kniekehlen getreten wurde. 

Die Hauptschuldige an diesem Desaster ist jedoch Angela Merkel, die unbedingt an der längsten andauernden Kanzlerschaft festhalten wollte, egal was nach ihr passiert und erst im letzten Moment ohne Elan viel zu spät  ein lustloses, beschämendes Minimum an Wahlhilfe ablieferte, was schon an ihrer Mimik abzulesen war. Ein paar Prozentpunkte hätte der Kanzler Bonus und ein faires Verhalten Söders für Armin Laschet und der UNION schon eingebracht. Wäre dazu noch ein Narrativ der UNION an die Wählerschaft vorhanden gewesen, hätte ein Ergebnis um die 28% möglich sein können. 

Als Wähler stand ich bei dieser Wahl, die mir nur die Wahl von unsäglicher Mittelmäßigkeit lies, einigermaßen ratlos vor dem Wahlzettel und wählte eben….Mittelmäßigkeit und nicht das, was diese Parteien eigentlich hätten anbieten könnten. Ein Trauerspiel für unser Land! 

Gegen Armin Laschet wird nun konzertiert von den Medien, die die UNION in die Opposition schreiben wollen, mitsamt seiner hysterisch gewordenen CDU besonders seitens der CSU aus reinem persönlichem Machtkalkül, egoistisch, ohne über die strategischen Folgen für die UNION nachzudenken nachgetreten. Die Gegensätze zwischen der eher der UNION nahestehenden FDP und den GRÜNEN wie auch der SPD können sich im Laufe der Sondierungen, oder späteren Verhandlungen derartig als unüberbrückbar erweisen, das die UNON für die FDP unverzichtbar werden kann. Strategisch wäre es also sinnvoll, der FDP den Rücken bei den Verhandlungen mit Rot-Grün zu stärken, indem die Jamaika-Option offengehalten würde. 

In diesem Fall müssten sich die GRÜNEN auf UNION und FDP zu bewegen. Will denn keiner in der UNUON bemerken, dass hier eine durchaus funktionierende Jamaika-Koalition möglich werden kann, um eine ideologisch ausgerichtete, kaum zu finanzierende Klimarettungspolitik mit Tunnelblick zu verhindern? Wir Bürger sind doch jetzt schon bis ans Limit belastet! Was sollen wir denn noch alles tragen? Der unverdrossen dafür kämpfende Laschet wird dafür hochnäsig belächelt, als hätte die UNION noch andere Optionen. 

Nein, eine weitere große Koalition will keiner. Doch wenn keiner diese will, sollte man in der UNION gefälligst hinter dem CDU Vorsitzenden stehen und diesen unterstützen, anstatt Laschet  hinterhältig, ständig weitere Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Warum muckt jetzt nicht endlich die junge Riege der CDU Hoffnungsträger auf und fegt diese an ihren Posten klebende alte Garde aus ihren Positionen? Was hört man denn jetzt von Schäuble? 

Wie lange wollen diese Leisetreter, die schon Merkel alles haben durchgehen lassen denn noch warten? Bis die UNION sich selbst zerfleddert und abschafft? Viel Zeit ist nicht mehr, um die UNION vor ihrer Implosion zu bewahren. 

Nun muss eine konsequente Fehleraufarbeitung her, denn von der alten Riege wurden viele sträfliche Fehler gemacht, welche Konsequenzen erfordern, um der CDU wieder das Laufen beizubringen. Das sind Worte von Merkel, die damals mit selbigen ihren Ziehvater Helmut Kohl aufs Altenteil geschickt hatte. Schaut man auf die diskreten Sondierungen von GRÜNEN und FDP schaut man auf einen gänzlich neuen Politikstil, von dem die UNION lernen könnte. 

Die UNION hat seit 2017 durch die von ihr nicht verhinderte Politik der Kanzlerin, die CDU immer weiter nach links zu rücken, um mit den GRÜNEN koalitionsfähig zu werden mit dieser Wahl zusammen fast 20% ihrer Wählerschaft verloren. Diese unglaublichen Verluste sollten eigentlich ein Weckruf sein, wieder auf ihre konservativen Stammwähler zuzugehen, denn ohne Profil wird man zum Spielball der politischen Konkurrenten. Also UNION, schärft endlich euer Profil und werdet für Konservative wieder interessant, sonst blüht euch das Schicksal der italienischen „Democrazia Cristiana“, nämlich die Bedeutungslosigkeit! 

Heiner Hannappel